Verhaltensprobleme bei Hunden

Aufmerksamkeit heischendes Verhalten beim Hund

Forderndes Verhalten ist oft verknüpft mit sozialen Unsicherheiten, Trennungsangst oder ungeklärten Rangproblemen. Aus erlernten problematischen Verhaltensweisen kann sich auch eine sogenannte Stereotypie entwickeln, wie dauerndes Bellen, Lecken oder auch eine Störung des Schlafrythmus. Diese Handlungen werden zum Ritual und die meisten Hunde entwickeln ein Suchtverhalten, welches durch eine erhöhte Aufmerksamkeit des Besitzers belohnt und somit verschlimmert wird. Unsichere und ängstliche Hunde sind davon häufiger betroffen. Dieses Verhalten entsteht oft aus Unterwerfung, Spielverhalten oder Körperpflege. Oft bedrängen diese Hunde ihre Besitzer körperlich und zeigen Aggressionen bei fehlender Aufmerksamkeit, denn diese zu erreichen wird zum größten Rangprivileg. Jede Form von Aufmerksamkeit stellt für den Hund eine Form der Belohnung dar, denn für ihn zählt am meisten, im Mittelpunkt zu stehen. Das Verhalten kann ähnlich einer Sucht, nicht gesättigt werden. Der Hund verlangt nach kurzer Zeit mehr und es entwickelt sich ein Teufelskreis.

SOZIALE ZUWENDUNG IST HUNDEN GRUNDSÄTZLICH WICHTIG

Voraussetzung für eine Therapie:

Zuerst gilt es festzustellen, welche Verhaltensweisen der Hund zeigt, in welcher Intensität und was passiert, wenn der Besitzer oder andere Personen anwesend sind. Wichtig ist auch die Sichtweise und Reaktion des Besitzers sowie die Toleranz des Hundes bei Misserfolg.

Für eine erfolgreiche Therapie muss der Besitzer die Entstehung des Problems nachvollziehen können. Bei konsequenter Umsetzung der Übungen, allerdings nur bei Hunden, die nicht aggressiv sind, können sehr gute Therapieerfolge erziehlt werden.

Lösung:

1.)
- Ignorieren des Verhaltens - nicht anfassen, nicht anschauen, nicht ansprechen!
- alle Personen müssen eingebunden werden
- besteht die Gefahr, dass der Hund aggressiv wird, bitte nur mit Sicherheitsmaßnahmen
- Bei enormem Stress des Hundes durch das Ignorieren, Anwendung von "dosiertem" Ignorieren mit einem bestimmten Zeichen

2.)
- Verstärkung von gewünschtem Verhalten
- auf welche Art der Belohnung reagiert der Hund besonders gut?
- spontan gezeigtes, braves Verhalten des Hundes erkennen und belohnen
(positives Angebot: Spiel, Leckerli, Streicheleinheiten)

3.)
- Therapie von gleichzeitig bestehenden Problemen z.B. Trennungsangst

4.)
- Psychologisches Rangeinweisungsprogramm und artgerechte Beschäftigung unter
Umsetzung des Prinzips: erst Arbeit, dann Vergnügen
KEINE STRAFEN!!

5.)
- Medikamentelle Therapie bei einer schweren Verhaltensstörung

Verhaltensprobleme (PDF-Download)