Impfmöglichkeiten

FELV, Kartzenschnupfen und Seuche

I. LEUKOSE:
Eine Viruserkrankung ausgelöst durch das FeLV-Virus. Betroffen sind alle Altersklassen. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch können Jahre vergehen.
Übertragung:
erfolgt durch Kontakt über Speichel ab dem Ansteckungszeitpunkt, d.h. auch gesund erscheinende Katzen können das Virus übertragen.
Krankheitsverlauf:
kein einheitliches Krankheitsbild; beginnt häufig mit Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Abmagern, Fieber; häufig Blässe infolge Blutbildungsstörungen und Zahnfleischentzündungen. Daneben existiert eine Tumorform. Durch die Schwächung der körpereigene Abwehr sind die Tiere anderen Erkrankungen schutzlos ausgeliefert, deren Verlauf somit tödlich sein kann. Die Krankheit ist nicht heilbar.
Impfschema:
Vor der Impfung sollte bei Verdachtsfällen ein Leukosetest durchgeführt werden. Grundimmunisierung in der 8. und 12. Woche, sowie nach einem Jahr, danach Impfung alle 3 Jahre.

II. KATZENSEUCHE:
hochgradig ansteckende Viruserkrankung ausgelöst durch das Panleukopenievirus
Übertragung:
erfolgt durch den Kot infizierter Katzen, d.h. es ist kein direkter Kontakt nötig, der Erreger kann auch an Schuhen oder Kleidung haftend in die Wohnung eingeschleppt werden. In der Außenwelt ist das Virus extrem widerstandsfähig.
Krankheitsverlauf:
vor allem bei Jungtieren dramatisch. Beginnt mit Mattigkeit und Appetitverlust, es folgen Fieber, Erbrechen sowie schwere Durchfälle mit wässrig-blutigem Kot. Rapide Verschlechterung durch schnellen Flüssigkeitsverlust. Trotz intensiver Therapie oft tödlicher Verlauf.
Bei Infektion trächtiger, nicht geimpfter Kätzinnen entstehen gehirngeschädigte Welpen, die an taumelndem Gang (Gleichgewichtsstörungen) sowie Blindheit zu erkennen sind.
Impfschema:
Grundimmunisierung (2-3 Impfungen im Abstand von je 4 Wochen). Danach je nach Infektionslage im Abstand von 1-3 Jahren.

III. KATZENSCHNUPFEN:
Erreger sind Herpes- und Caliciviren sowie Chlamydien. Im Gegensatz zum Schnupfen beim Menschen nicht an die Jahreszeit gebunden und im Verlauf oftmals weit schlimmer.
Übertragung:
erfolgt durch Kontakt mit kranken oder infizierten, aber äußerlich noch nicht als krank zu erkennende Tiere. Risikofaktoren: jugendliches Alter, Freilauf, Aufenthalte in Tierpensionen etc.
Krankheitsverlauf: zu Beginn tränende Augen , wäßriger Nasenausfluß, Niesen, Fieber, Appetitlosigkeit. Ohne Therapie Verschlimmerung; Augen- und Nasenausfluß werden eitrig, Entstehung von schmerzhaften Geschwüren an Nase, Zunge, Zahnfleisch und Rachen. Die Tiere fressen nichts mehr, da der Geruchssinn stark eingeschränkt ist und das Fressen Schmerzen bereitet. Die daraus folgende rasche Schwächung der Tiere kann bis zum Tod führen.
Impfschema:
Grundimmunisierung (2-3 Impfungen im Abstand von je 4 Wochen). Danach je nach Infektionslage im Abstand von 1-3 Jahren.

FIP

IV. FELINE INFEKTIÖSE PERITONITIS (FIP) Ursache und Übertragung:
Die FIP ist eine weitere häufige Infektionskrankheit der Katze, die durch ein Virus (ein Corona-Virus) verursacht wird. Coronaviren werden von infizierten Katzen mit dem Stuhl ausgeschieden und von anderen Katzen mit Mund und Nase aufgenommen. In der Umwelt bleibt das Virus bis zu 6 Wochen ansteckend. Deshalb ist eine Ansteckung nicht nur direkt von Katze zu Katze sondern auch über den kontaminierten Boden, Käfige, Decken, Kissen und Polster, Ess- und Trinkgefäße, Pflegeutensilien sowie über Hände und Kleidung der Menschen möglich. Besonders empfänglich sind Jungtiere. Das Coronavirus ist in den meisten Fällen recht harmlos. Etwa die Hälfte aller Katzen beherbergt dieses Virus in ihrem Darm und nur ein kleiner Teil dieser Katzen - etwa 5% - erkrankt an FIP. Wie kommt das? Die Wissenschaft konnte zeigen, dass es bei einigen Katzen, die das Coronavirus in sich tragen, zu Mutationen (=Änderung der Erbinformation im 3C Gen) der Viren kommt. So werden die zunächst harmlosen Viren bösartig. Sie können dann aus dem Darm auswandern und über befallene Blutzellen (Makrophagen) den ganzen Körper infizieren. Offenbar schützt ein intaktes Immunsystem, insbesondere eine intakte zelluläre Immunabwehr, viele Katzen vor der FIP. Eine Schwächung des Immunsystems, Stress und andere Infektionen fördern die Vermehrung der Coronaviren im Darm und erhöhen damit das Risiko, dass bösartige FIP-verursachende Coronaviren entstehen.

Krankheitsanzeichen:
Anfänglich sind die Symptome recht unspezifisch (Fieber, Lustlosigkeit, mangelnder Appetit, evtl. Durchfall). Meist entsteht dann die feuchte Form der FIP, die mit eiweißreichen Ergüssen in die großen Körperhöhlen, z.B. in die Bauchhöhle, einhergeht. Der Bauch der Katze schwillt dann stark an. Viele Katzen haben wiederkehrendes Fieber, das auf keine Behandlung anspricht. Einige Katzen entwickeln eine trockene Form der FIP ohne Ergüsse.

Diagnose:
Bei der feuchten Form der FIP ist die Diagnose durch Untersuchung der Ergussflüssigkeit (PCR und Rivaltaprobe) einfach. Die Diagnose der trockenen Form der FIP ist nur durch umfangreiche Laboruntersuchungen und Organproben sicher zu stellen.

Vorbeugung und Behandlung:
Leider besteht bei der FIP keine Aussicht auf Heilung, wirksame Behandlungsverfahren sind nicht bekannt. Deshalb muss der Schwerpunkt bei der Bekämpfung dieser Erkrankung auf der Vorbeugung liegen. Da Jungtiere besonders empfänglich sind und häufig durch die Mutter selbst angesteckt werden, sollte der Zucht besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Durch ein Frühabsetzprogramm, das leider recht aufwendig ist, kann erreicht werden, dass Jungkätzchen infizierter Mütter Coronavirus-frei aufwachsen. Dazu kommt die werdende Mutter in einen Raum, zu dem andere Katzen keinen Zugang haben. Der Raum ist mit allen möglichen Utensilien wie Katzenklo, Ess- und Trinkgefäßen ausgestattet. In den ersten fünf Wochen sind die Kätzchen durch Antikörper in der Milch der Kätzin geschützt und erst danach für eine Infektion empfänglich. Deshalb wird die Kätzin nach fünf Wochen aus dem Raum genommen, oder die Welpen werden zur weiteren Aufzucht in einen anderen separaten Raum gebracht. Der Kontakt zur Mutter oder zu anderen möglicherweise infizierten Katzen ist dann streng verboten. Auch der Mensch, der diesen Raum betritt, kann Coronaviren von den in den anderen Räumen gehaltenen Katzen einschleppen und sollte deshalb die Hände waschen, ein extra Paar Schuhe und einen Kittel überziehen, der nur in diesem Raum getragen wird. So kann es gelingen, nicht infizierte Kätzchen zu vermitteln. Alle Katzenhaltungen mit Freilauf haben jedoch keine Möglichkeit eine Infektion zu verhindern. Die wichtigste Vorsorgemaßnahme ist dann, die Gemeinschaft stabil zu halten, nicht zu viele Katzen zusammenzuhalten und für eine katzengerechte und stressarme Umgebung zu sorgen.

FIV

V. FELINE IMMUNSCHWÄCHE VIRUS (FIV)
Ursache und Übertragung:
Das feline-Immunschwäche-Virus (FIV) ist verwandt mit dem HI-Virus des Menschen. Eine mit dem FIV infizierte KAtze stellt jedoch keine Gefahr für den Menschen dar! Die Übertragung von Katze zu Katze findet in erster Linie über Bisse statt. Wenn eine weibliche Katze während der Trächtigkeit angesteckt wird, kann es auch zu einer Übertragung auf die Jungtiere über die Plazenta während der Schwangerschaft oder über die Milch während der Stillzeit kommen. Die Übertragung durch den Deckakt ist wahrscheinlich, aber noch nicht abschließend geklärt. Am meisten sind die Katzen gefährdet, die mit vielen anderen Katzen zusammen verkehren und häufig in Kämpfe verwickelt sind. Daher kommt die FIV-Infektion bei Katzen mit freiem Auslauf besonders häufig vor. Nach der Ansteckung vergehen oft viele Jahre bis die Erkrankung ausbricht.

Krankheitsanzeichen:
Im Körper der Katze befällt das Virus das Lymphsystem und schwächt die Immunabwehr. Die Krankheitsanzeichen stehen häufig mit Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen sowie bakteriellen Infektionen von Haut, Harnblase und Atmungsapparat in Verbindung. Erkrankte Tiere haben häufig Durchfall oder leiden an zentralnervösen Störungen. Schließlich kann das erworbene Immunschwäche-Syndrom mit tumorösen Lymphknotenveränderungen und Nierenversagen einhergehen. Die Symptome können so vielgestaltig sein, dass eine Klärung der Krankheitsursache nur über einen Bluttest mit spezifischer Antikörper gegen das FIV gelingt, die bereits einige Wochen nach der Infektion vorhanden sind.

Vorbeugung und Behandlung:
Leider gibt es bis heute keine Möglichkeit, durch eine gezielte Therapie das FIV aus dem Körper der Katze zu eliminieren. Die Behandlung beschränkt sich auf die Symptome und auf die Stärkung der Abwehrkraft. Die bei AIDS-kranken Menschen eingesetzten chemotherapeutischen Verfahren befinden sich für die Katze noch in Erprobung. Mit großer Sicherheit kann eine Infektion nur dann verhindert werden, wenn eine Katze ausschließlich mit FIV-negativ getesteten Tieren zusammenlebt. Bei freilaufenden Katzen kann eine Ansteckung nicht verhindert, das Risiko aber durch eine Kastration und nächtliches Ausgangsverbot reduziert werden. Zur Zeit gibt es in Deutschland noch keinen Impfstoff gegen das FIV.