Sexualverhalten der Katze / Kastration

Zeitpunkt der Kastration

Katzen kommen in der Regel noch vor den Katern in die Pubertät. Im Durchschnitt tritt die Geschlechtsreife mit 5 - 9 Monaten auf. Einige Rassen gelten dabei als besonders frühreif. Hierzu zählen z. B. die Abessiner-, Heilige Birma-, oder auch die Siamkatzen, sie sind oft schon mit 4 - 6 Monaten fortpflanzungsfähig. Langhaarkatzen, wie z. B. die Perserkatze, lassen sich hingegen etwas mehr Zeit. Sie sind etwa mit einem Jahr geschlechtsreif und bereit für die Fortpflanzung. Der Zeitpunkt der Pubertät kann also variieren.

Katzen können problemlos ab dem Alter von 4 Monaten kastriert/(sterilisiert) werden. Ab diesem Zeitpunkt wird die Narkose sehr gut vertragen und der Bauchschnitt ist wesentlich kleiner als bei älteren Tieren.

Kommunikation und Verhalten

Für eine fortpflanzungswillige Katze gibt es viele Begriffe. Am häufigsten hört man den Ausdruck "Raunze" oder "Rolligkeit". Letztere Bezeichung existiert nicht ohne Grund, denn rollige Katzen werfen sich auf den Boden und rollen bzw. wälzen sich von einer Seite auf die andere. Häufig schärfen sie sich dabei ihre Krallen an rauen Oberflächen und Gegenständen. Ausgeprägt ist auch das ständige Reiben des Kopfes an Gegenständen in ihrem Territorium. Grundsätzlich ist die rollige Katze extrem unruhig. Katzenbesitzer finden in dieser Zeit sicher alles, aber kaum Ruhe!
Die Tiere fressen weniger, schreien viel und anhaltend. Außerdem markieren sie nicht selten ihr Territorium mit Urin - insbesondere bei Wohnungskatzen eine sehr unangenehme Angelegenheit. Erst wenn ein paarungswilliger Kater in Sicht ist, ist die Katze zufrieden.

Der Zyklus

Den Sexualzyklus der Katze bezeichnet man als saisonal polyöstrisch. Dies bedeutet, dass sie während einer bestimmten Jahreszeit mehrmals paarungswillig ist. Die Tageslichtlänge kann dabei als entscheidender Einflussfaktor für die Zyklusaktivität angesehen werden. Katzen sind an den längeren Tagen im Frühjahr und Sommer (Februar bis Juli) sexuell ganz besonders aktiv. In der zweiten Jahreshälfte, wenn die Tage "kürzer" werden, lässt ihr sexuelles Interesse hingegen nach. Wie sehr der Zyklus der Katze von der Tageslichtlänge abhängig ist, beweisen Beobachtungen bei Wohnungskatzen: Aufgrund der relativ gleichbleibenden Licht- und Klimaverhältnisse zeigen diese oft keine sexuelle Ruhephase (Dauerrolligkeit). Bei Rassekatzen, die ausschließlich im Haus gehalten werden, kann man dieses Phänomen verstärkt beobachten.
Die Zyklusdauer ist bei der Katze sehr variabel. Sie ist davon abhängig, ob die Katze gedeckt und tragend wird. Bleibt der Deckakt aus, so dauert der Zyklus im Durchschnitt 15 - 28 Tage.
Wird die Kätzin gedeckt und es kommt aber nicht zur Befruchtung von Eizellen, so dauert der Zyklus insgesamt ca. 40 - 50 Tage.

Wussten Sie schon...

...dass Katzenwelpen aus einem Wurf mehrere Väter haben können?
Dies ist möglich, wenn es zu einer Begattung durch verschiedene Kater kommt. Während des Eisprungs können dann die Eizellen von dem Sperma verschiedener Väter befruchtet werden. Ergebnis: Katzenwelpen verschiedener Väter innerhalb eines Wurfs

Die Trächtigkeit

Sie dauert bei der Katze im Durchschnitt 63 - 65 Tage, bei Rassekatzen auch länger. Neben der Rasse beeinflussen auch die Anzahl der Föten sowie deren Größe die Trächtigkeitsdauer.

Welche Vorteile bringt die Kastration?

Untersuchungen belegen, dass kastrierte Katzen im Vergleich zu ihren Artgenossen doppelt so alt werden können.
Die Gesundheit von nicht kastrierten Katzen ist bei weitem stärker gefährdet als bei kastrierten Tieren. Insbesondere die paarungsfähigen Kater beanspruchen ein riesiges Territorium, welches sie bei ihrer Partnersuche durchstreifen.
Auf ihrem Weg sind sie ständig erhöhten Risiken ausgesetzt..

- Autounfälle
- Jagdunfälle
- Verletzungen durch Kämpfe mit anderen Katzen
- Infektionskrankheiten (insbesondere FIV, siehe Infektionskrankheiten)

Durch die bestehenden Gefahren und den Streß wird auch das Immunsystem von nicht kastrierten Katzen wesentlich stärker beansprucht. Kastrierte Katzen müssen nicht mehr umherstreifen, ihr Aktionsradius verringert sich. Sie verkleinern ihr Territorium merklich und suchen eher die Nähe zum Haus. Außerdem sind Autounfälle weniger zu befürchten, da sich die Tiere nicht mehr so weit entfernen und riskante Streifzüge ausbleiben.

Kastration und Tierschutz

Warum?

Es gibt zahlreiche herrenlose Katzen auf der Welt, die sich Tag für Tag mühsam ihr Futter erjagen bzw. erstreiten müssen, da sie leider keinen Besitzer haben, der sich um sie kümmert. Oft sind die Tiere krank, unterernährt und haben eine dementsprechend kurze Lebenserwartung. Wenn sie nicht frühzeitig an einer Krankheit sterben, so werden sie ggf. Opfer des Straßenverkehrs oder als Streuner erschossen. Trotz der schlechten Aussichten vermehren sich diese Katzen ständig weiter. Bedenkt man, dass ein einziges Katzenpaar rein rechnerisch innerhalb von 5 Jahren ca. 13 000 Nachkommen hervorbringen kann, so leuchtet schnell ein, dass die Kastration ein wirksames Mittel zur Vermeidung von weiterem Katzenleid ist.