Impfungen des Kaninchens

Ansteckende Krankheiten des Kaninchens und bestehende Impfmöglichkeiten

RHD/Hämorrhagische Krankheit:

Die RHD ist wegen der hohen Infektosität des Erregers neben der Myxomatose die verlustreichste Kaninchenseuche. Sie wird durch das RHD-Virus ausgelöst. Typisch für die RHD sind plötzlich auftretende Todesfälle ohne vorher erkennbare Anzeichen einer Erkrankung. Daneben wird die akute Form beobachtet. Der Tod tritt dabei ca. 2-3 Tage nach den ersten Krankheitsanzeichen ein. Eine Behandlung erkrankter Kaninchen ist nicht möglich. Da ungeimpfte Kaninchen in der Regel immer sterben, sind die Schutzimpfungen die wichtigste und erfolgreichste Vorbeugemaßnahme. Rechtzeitig und regelmäßig durchgeführt bieten diese eine hohe Sicherheit gegenüber dem Auftreten der Krankheit.



Kaninchenseuche:
Auch vor Infektionen mit Pasteurellen und Bordetellen, den bakteriellen Haupterregern des Kaninchenschnupfens, sind Kaninchen in Einzelhaltung nicht gefeit. Diese Bakterien führen als Monoinfektionen, aber auch vergesellschaftet mit anderen Erregern, häufig zu folgeschweren Schnupfenerkrankungen. Basis der Impfung ist die zweimalige Grundimmunisierung. Diese ist ab einem Alter von 4 Wochen möglich. Regelmäßige Nachimpfungen sollten im 12-monatigen Abstand erfolgen. Bei der Anwendung des Impfstoffes ist zu berücksichtigen, dass er zum vorbeugenden Einsatz bei schnupfenfreien Tieren, bei denen keine nennenswerten Erkrankungen in der Vergangenheit sichtbar waren, entwickelt wurde. Inwieweit der Impfstoffeinsatz bei einem mit chronischen Schnupfenproblemen belasteten Kaninchen erfolgversprechend ist, kann im Einzelfall nur vom Tierarzt eingeschätzt werden.



Myxomatose:
Die Myxomatose ist eine Kaninchenseuche, die durch das Myxomatosevirus hervorgerufen wird. Sie tritt hauptsächlich bei Züchtern oder bei hoher Populationsdichte (z.B. in Großstädten) auf. Nach einer Infektion mit hochvirulenten Viren verenden ungeschützte Tiere regelmäßig, schwachpathogene Viren rufen ca. 20% Todesfälle hervor. Typisch für die Myxomatose sind Ödeme unter der Haut, sowie auch eiternde Entzündungen im Augen-Nasen-Bereich werden in diesem Zusammenhang beobachtet. Kaninchen, die eine Myxomatoseinfektion überstanden haben, bleiben lebenslang durch die Folgen der Erkrankung gezeichnet. Die Myxomatose tritt häufig unabhängig von der Jahreszeit auf, daher sind ein ständiger Schutz der Tiere und die regelmäßige Nachimpfung notwendig.
Die vorbeugende Impfung von Kaninchen mit dem Lebendimpfstoff erfolgt durch eine Erstimpfung ab der 4.-6. Lebenswoche. Eine Wiederholungsimpfung nach 4 Wochen erhöht die Schutzwirkung und ist besonders dann notwendig, wenn ein hoher Infektionsdruck besteht. Regelmäßige Nachimpfungen sollten im Abstand von 6 Monaten durchgeführt werden.